Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente:

 

 

 

Die hier aufgeführten Angaben zu "Bedarf für einen erwachsenen Hund" beziehen sich aus der zur Zeit verfügbaren Literatur auf Grundlage von Fefu-Ernährung mit künstlichen Zugaben (wobei auch in der entsprechenden Fachliteratur über die einzelnen Werte verschiedene Aussagen zu finden sind). Bei einer m.E. gesunden Ernährung auf Roh-Basis sind sie nicht generell 1:1 übertragbar. Die absoluten Werte spielen auch bei einer abwechslungsreichen Ernährung nicht unbedingt eine ausschlaggebende Rolle - oder rechnen Sie sich Ihren Tages-/Wochen- oder Monatsbedarf aus? Aber dennoch sind die angegebenen Daten für eine Übersicht über das Zusammenspiel der einzelnen Nahrungskomponenten auch gerade in Bezug auf Mangel- oder Überschußversorung wichtiges Grundwissen.

 

 

Allgemeine Informationen zu Vitaminen:

Als Vitamine werden bestimmte organische Verbindungen bezeichnet, die für den tierischen Organismus in kleinen Mengen lebensnotwendig sind und vom Körper nicht oder nicht ausreichend synthetisiert werden können. Deshalb müssen Vitamine mit der Nahrung zugeführt werden. Der Körper braucht sie in kleinen Mengen um zu wachsen, sich zu entwickeln und zu funktionieren. Sie wirken im Körper mit den Enzymen und anderen Substanzen zusammen und helfen bei der Energiegewinnung, beim Gewebeaufbau und bei der Beseitigung von Stoffwechsel-Endprodukten. Sie stellen sicher, daß alle Organe optimal arbeiten. Als Provitamine bezeichnet man die Vorstufen der Vitamine, die in einigen Fällen vom Körper umgewandelt werden können. Die Einteilung der Vitamine erfolgt nach deren Löslichkeit in zwei Gruppen: 1. die fettlöslichen und 2. die wasserlöslichen Vitamine. Die wasserlöslichen Vitamine werden über den Darm aufgenommen und durch die Blutbahn zum Gewebe transportiert. Fettlösliche Vitamine werden im Darm aufgenommen und dann zunächst über das Lymphsystem in die Blutbahn transportiert; sie dienen der Erhaltung der Zellmembranen.

Der tägliche Bedarf an den einzelnen Vitaminen ist von vielen Faktoren abhängig, z.B. Wachstum, Trächtigkeit, Säugeperiode, Krankheit. Darmkrankheiten beeinträchtigen die Vitaminaufnahme. Fieber bewirkt ebenso einen erhöhten Vitaminumsatz im Stoffwechsel. Nierenerkrankungen können eine erhöhte Vitaminausscheidung bewirken. Auch die Zusammensetzung der Nahrung wirkt sich auf den Bedarf der einzelnen Vitamine aus, so erhöht z.B. hoher Fettanteil den Bedarf an Cholin.

Unter dem Bedarf liegenden Vitaminzuführungen führen zu Vitaminmangelkrankheiten, erhöhte Zugabe der fettlöslichen Vitamine A und D kann ebenfalls zu Erkrankungen und unter Umständen sogar zum Tod führen. Die fettlöslichen Vitamine können im Körper in gewissen Umfang gespeichert werden. Ein Überschuß an wasserlöslichen Vitaminen wird ausgeschieden. Eine Überdosierung der Vitaminzufuhr ist daher nicht nur überflüssig, bei fettlöslichen Vitaminen, hier vor allem A und D, sogar bedenklich.

 

Fettlösliche Vitamine:

Die vier fettlöslichen Vitamine A, D, E und K werden dem Organismus mit Fett zugeführt. Sie können in einem gewissen Umfang in der Leber und dem Fettgewebe des Körpers gespeichert werden. Bei einer zeitweiligen Unterversorgung kann der Körper so aus den Reserven einen entsprechenden Ausgleich schaffen.

 

 

Vitamin A (Retinol) und Provitamin A (Beta-Carotin)

Das Vitamin A, die natürlich vorkommende Form ist Retinol, ist fettlöslich, d.h. der Körper ist in der Lage es zu speichern. Die pflanzliche Vorstufe ist das Beta-Carotin, wasserlöslich, ein Cartinoid. Der Hund ist in der Lage, das pflanzliche Beta-Carotin in Vitamin A (in der Leber) umzuwandeln, wobei die Ausnutzungsrate nicht gerade vorteilhaft ist. Diese Umwandlung erfolgt aber nur im benötigten Umfang, so daß beim pflanzlichen Futter das Auftreten von Hypervitaminosen (Vergiftungen/Überversorgung) nicht zu befürchten ist. Es ist wichtig für Augen (Bestandteil des Sehpurpurs), Haut, Schleimhaut, Knorpel und die Infektabwehr. Es wird in der Leber und im Fettgewebe in einem gewissen Umfang gespeichert. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 75-110 IE/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Verminderte Fruchtbarkeit durch Austrocknung der Schleimhäute. See- und Hörstörungen, Haar- und Hautveränderungen (stumpfes Fell), Nachhandschwäche.

Überversorgung:
Gewichtsabnahme, Knochenentkalkung, Übererregbarkeit, Erbrechen.

Vorkommen:
Retinol: Leber, Eier, Hühnerfleisch, Möhren, Löwenzahn, Spinat, Mangold, Feldsalat, Fenchel, Grünkohl, Milch.
Beta-Carotin: Obst (vor allem Aprikosen) und Gemüse (Möhren).

 


Vitamin B-Komplex (aufgeführt sind die wichtigsten in der Versorgung)

 

Vitamin B1 (Thiamin)

Es spielt eine bedeutende Rolle im Enzymstoffwechsel der Kohlenhydrate, für Muskeln und Nerven. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Die Vitamine des B-Komplexes sollten gemeinsam aufgenommen werden. Durch Wässern bzw. Kochen und nicht Weiterverwendung des Kochwassers geht es in großen Mengen verloren. Durch die Verfütterung von rohen Süßwasserfischen können Mangelerscheinungen auftreten, da diese Fische Vitamin B1 inaktivierende Substanzen enthalten. Eine weitere Ursache für eine Unterversorgung ist eine einseitige Verfütterung von poliertem Reis, Weißmehlen und fettreichen Futtermitteln. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,02 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Bei einem Mangel treten vor allem in Organen mit hoher Stoffwechselaktivität schwere Schäden auf. Erbrechen, Gewichtsverlust durch Freßunlust und dadurch Entkräftung, Kot fressen, Herzstörungen und Krämpfe.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Haferflocken, Hefe, Kleie, Magen-Darm-Inhalt von Pflanzenfressern. Hühnerbrust, -leber, -herz, Rinder- und Hammelherz, Hammelniere, und -leber, Spinat, Champignons.

 


Vitamin B2 (Riboflavin)

Es ist vor allem wichtig für den Wasserstofftransport innerhalb der Atmungskette bzw. der Wasserstoffübertragung im Zellstoffwechsel. Ferner speziell für Augen, Haut, Schleimhaut und den Eiweiß- und Energiestoffwechsel. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Durch Wässerung des Fleisches geht es größtenteils verloren. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,05 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Mangelzustände sind unter normalen Haltungsbedingungen fast ausgeschlossen. Bei extremer Unterversorgung können aber auftreten: trockene, schuppige Haut, Muskelschwäche im Hinterkörper, plötzlicher Tod, verminderte Fruchtbarkeit, Fettleber.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Leber, Lunge, Vormägen der Wiederkäuer, Hühnerbrust, Rinder- und Kalbsherz, Erbsen, Bohnen, Vollkornbrot, Milch, Hefe, Eier, grünes Blattgemüse.

 

 

Vitamin B3 (Niacin)

Es ist wichtig für den Stoffwechsel von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweiß. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,25 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Schwarze Zunge. Anämie, Rötung von Mundschleimhaut und Zunge. Tod.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch. Als Folge einer extremen Überversorgung können auftreten: Erweiterung der Blutgefäße, Juckreiz, Brennen der Haut..

Vorkommen:
Leber, Eier, Milchprodukte, Sonnenblumenkerne, Pflaumen, Erdnüsse.

 

 

Vitamin B5 (Pantothensäure)

Es hat eine zentrale Aufgabe im Zwischenzellstoffwechsel und ist Bestandteil des Koenzym's A. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Bei der Konservierung von Futtermitteln wird es zerstört. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,22 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Nicht bekannt.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Fleisch, Leber, Eier, Nüsse, Hefe, Weizenkleie, grüne Gemüsesorten.

 

 

Vitamin B6 (Pyridoxin-Gruppe)

Es ist insbesondere wichtig für den Aminosäuren- und Eiweißstoffwechsel und für Nerven, Blutbildung, Infektabwehr und Hormonstoffwechsel. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,02 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Nicht bekannt.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Makrele, Sardine, Heilbutt, Lachs, Leber, Pferde-, Kaninchen-, Hühner- und Gänsefleisch, Weizenkeime, Haferkörner, Vollkornbrot, Linsen, Grünkohl, Kartoffeln, Bananen.

 

 

Vitamin B12 (Cobalamine)

Es ist wichtig für Schleimhaut, Blutbildung und Stoffwechsel. Es kommt in nahezu allen Zellen des Organismus vor. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Es kommt nur in tierischen Produkten vor. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,0005 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Ein Mangel macht sich zunächst in Geweben mit rascher Zellteilung bemerkbar im Zusammenhang mit Störungen der Blutbildung. Spontane Mangelerscheinungen sind jedoch nicht bekannt.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Milch, Fisch, Hühnerleber und -herz, Fleisch, Nieren, Eier.

 

 

Vitamin BC (Folsäure)

Die Folsäure ist ein Bestandteil des Vitamin-B-Komplexes. Sie ist wichtig für die Blutbildung, Zellteilung und den Aminosäure-Stoffwechsel. Es ist wasserlöslich und der Körper kann es nur in geringen Mengen speichern. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,004 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Da es der Hund im Darm synthetisieren kann, ist abgesehen von Darmerkrankungen, kein Mangel zu erwarten. Eine Unterversorgung kann durch Blutverlust, Knochenmarkshypoplasie oder Sulfonamidnebenwirkung entstehen.

Überversorgung:
Eine Überversorgung findet relativ selten statt, da überhöhte Gaben über die Nieren und den Darm ausgeschieden werden. Nicht toxisch.

Vorkommen:
Rinderleber, -niere, Vollkornbrot, Hefe, Bohnen, Salat, Kohl, Brokkoli, Endivie, Spinat, Karotten, Apfelsine, Bierhefe, Eigelb.

 

 

Cholin

Es ist eine vitaminähnliche Substanz die zum Vitamin-B-Komplex gezählt wird. Es hilft Fett in der Leber abzubauen und ist wichtig für die Bildung und Erhaltung der Zellstruktur. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 26 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Tritt selten auf. Folgen können sein: Fettleber, erhöhte alkalische Phosphatase, Hämoglobin.

Überversorgung:
Unstillbarer Durchfall nach ca. 10 Tagen.

Vorkommen:
Nüsse, Eigelb, Herz, Leber, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Hefe.

 

 

Vitamin C (Ascorbinsäure)

Vitamin C (Askorbinsäure) ist eines der wichtigsten Vitamine für das Immunsystem und sorgt für die Stabilität des Bindegewebes und ist wichtig für Knochen, Knorpel, Zähne, Infekt- und Krebsabwehr, Eisenstoffwechsel. Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin (d.h. der Körper speichert es nicht). Der Hund ist in der Lage, im Gegensatz zum Menschen, Affen und Meerschweinchen, ausreichend Vitamin C aus der aufgenommenen Nahrung im Organismus selber zu synthetisieren, dies erfolgt vor allem in der Leber. Bei extrem Streßsituationen oder Umweltverschmutzungen sollte man es jedoch in Maßen zuführen.

Unterversorgung:
Sehr unwahrscheinlich (siehe oben), kann die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen. Es können dann auch Blutungen, wundes Zahnfleisch und geschwächte Abwehrkräfte auftreten.

Überversorgung:
Nicht toxisch. Es ist zwar richtig, dass der Hund ein Zuviel an Vitamin C ausscheidet, aber bezüglich der allgemeinen Verträglichkeit kommt es auf die Art des Vitamin C's an. Eine Überdosierung kann sich in Durchfall, dünnem Kot oder Hautausschlag äussern.
Zumal man ja davon ausgeht, daß synthetisches Vitamin C gar nicht in dem Umfang aufgenommen und verwertet wird wie natürliches Vitamin C, bzw. daß der Körper für die Nutzung des Vitamin C's weitere Zusatzstoffe aus der Frucht/dem Gemüse benötigt, die bei der Gabe von synthetischem Vitamin C nicht vorhanden sind.

Vorkommen:
In jedem Fleisch, Gemüse, Obst. Besonders viel in: Fenchel, Rosenkohl, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Paprika, Kiwi, Johannisbeeren, Apfelsine und Erdbeeren.

 


Vitamin D2 (Ergocalciferol)

Vitamin D wird vom Körper unter Einwirkung von Sonnenlicht aus den Vorstufen der pflanzlichen Nahrung gebildet. Es gehört zu den fettlöslichen Vitaminen (d.h. es wird im Körper gespeichert) und wird für die Aufnahme von Calcium und Vitamin A benötigt und ist wichtig für den Calcium- und Phosphatstoffwechsel. Es ist für das Wachstum der Knochen und Zähne, sowie für die Nierenfunktion wichtig. Zu hohe zusätzlich verabreichte Dosen können toxisch (= giftig) wirken. Symptome sind u. a. Übelkeit und Erbrechen. Bei Vitamin D-Mangel sollten Sie Fisch in Öl, Ölsardinen oder Lebertran verabreichen. Es wird in der Leber und im Fettgewebe in einem gewissen Umfang gespeichert. Bedenklich ist eine unvorsichtige Verwendung von entsprechenden Vitaminpräparaten und Lebertran, dadurch kann leicht eine Überversorgung eintreten. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 10 IE/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Bei einer Unterversorgung können Zahnschäden, Thoraxmißbildungen und Osteomalzie (Knochenerweichung) auftreten.

Überversorgung:
Eine Überversorgung tritt selten auf. Folgen bei einer extremen Überversorgung sind: Gewichtsverlust, Übelkeit, Mattigkeit, Weichteilverkalkungen, Durchfall, Tod. Spezielle Vitamin-D-Präparate sollten nur auf tierärztliche Anweisung verfüttert werden!

Vorkommen:
in Lebertran, Ölsardinen, Eigelb, Milch- und Molkereiprodukte.

 

 

Vitamin D3 (Cholecalciferol - früher als Calciferol bezeichnet)

Das Vitamin D3 ist zusammen mit dem Vitamin D2 der wichtigste Vertreter der Vitamin D-Gruppe. Es wird auch als die aktive Form von Vitamin D bezeichnet. Vitamin D3, welches im eigentlichen Sinne gar kein Vitamin, sondern ein Hormon ist, regelt die Calcium- und Phosphataufnahme im Magen-Darm-Trakt. Es wird ausschließlich über die Nahrung aufgenommen. Es wird ebenso vom Körper in der Haut gebildet, Voraussetzung dafür ist allerdings ultraviolettes Licht wie z. B. Sonnenlicht. Es wird in der Leber und im Nierengewebe in seine biologisch aktive Form umgewandelt. Die Hauptaufgabe besteht darin, die Knochenbildung zu fördern. Ein
Mangel kommt zwangsläufig bei zu wenig Sonnenlicht oder durch eine unzureichende Aufnahme über die Nahrung.

Unterversorgung:
Bei einer Unterversorgung wird der Gehalt von Calcium und Phospat im Blut verringert und Knochenerkrankungen sind die Folge. Bei Welpen und Junghunden tritt durch eine Verminderung der Calciumeinlagerung in den wachsenden Knochen eine Rachitis auf, beim erwachsenen Hund kommt es durch Entzug von Calcium aus den Knochen zu Osteomalazie und zu einer sekundären Hyperparathyreiodismus (Nebenschilddrüsenüberfunktion). .

Überversorgung:
Wird Vitamin D3 über längere Zeit überdosiert, erhöht sich der Calciumspiegel im Blut und es treten verstärkt Vergiftungserscheinungen auf. Erste Anzeichen sind z.B. Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen, später mäßiger Durst und häufiges Urinieren, Mattigkeit, Nervosität und erhöhter Blutdruck. Das Calcium kann sich im ganzen Körper, vor allem aber in den Nieren, ablagern und diese dauerhaft schädigen.

Vorkommen:
Im tierischen Fettgewebe und Leberölen aller Fische, in geringen Mengen in Hühnereiern, Milch, Butter und fettreichem Käse.

 

 

Vitamin E (Tocopherole)

Das Vitamin E ist eine Sammelbezeichnung für verschiedene, chemisch ähnliche Verbindungen mit Vitamincharakter. Sie sind an der Zellatmung, den Entgiftungsprozessen im Körper als auch der Infektionsabwehr beteiligt. Der Bedarf schwankt gerade insbesondere in Abhängigkeit von der gleichzeitigen Aufnahme von ungesättigten Fettsäuren. Es begünstigt die störungsfreie Entwicklung von jungen Hunden. Es gehört zu den Fettlöslichen Vitaminen und ist eine natürliche Antioxidantie. Es ist an der Zellatmung, Entgiftungsprozessen und Infektionsabwehr beteiligt. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 1,1 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Unter normalen Bedingungen findet eine Unterversorgung relativ selten statt. Bei einer massiven Unterversorgung können jedoch Muskelschwäche, Störungen in der Skelett- und Herzmuskulatur auftreten.

Überversorgung:
Gegen überhöhte Vitamin-E-Gaben ist der Hund relativ tolerant. Folgen bei einer Überversorgung können aber sein: Anorexie.

Vorkommen:
in Haferflocken, Weizenkleie, Weizenbrot, Weizenkeim- und Sonnenblumenöl, gekochtes Ei, Haselnüsse, Leinsamen, Paprika, Schwarzwurzel, Himbeeren. Die Futtermitteln tierischer Herkunft enthalten wenig Vitamin E.

 

 

Vitamin H (Biotin oder Coenzym R)

Es zählt zum Vitamin-B-Komplex. Es ist wichtig für Haut, Haare, Fettsäurestoffwechsel und Blutgerinnung. Bei länger anhaltenden Darmerkrankungen oder medikamentöser Behandlung können Unterversorgungen auftreten. Bei der Verfütterung von rohen Eiern sollte neben dem Eiklar immer das Eigelb mitverfüttert werden. Im Eiklar ist eine biotinbindende Substanz - das Avidin -, welche das Biotin im Eigelb bindet und für den Körper nicht mehr zugänglich macht. Durch die mitverfütterung des Eigelbes wird wird dieser Nachteil ausgeglichen, ansonsten bindet das Avidin im Körper das Biotin. Soll speziell auf das Biotin abgestimmt werden, um z.B. die Fellstruktur zu verbessern, sollte das Eiklar gekocht/gebraten, denn so wird das Avidin zerstört. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,002 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Selten, da im gesunden Darm eine ständige Synthese durch die Darmbakterien stattfindet und durch die meisten Futtermittel genügend zugeführt wird. Bei einem extremen Mangel können auftreten: Schuppige Dermatis, sprödes, trockenes und glanzloses Haar, Haarausfall, eingetrockneter Speichel um den Fang und Sekret um die Augen, Schwäche, Durchfall, zunehmende Muskelschwäche des Hinterkörpers.

Überversorgung:
Nicht toxisch.

Vorkommen:
Leber, Kalbsniere, Lamm, Nüsse, Obst, ungeschälter Reis.

 

 

Vitamin K

Die natürlich vorkommende Formen des Vitamins K's sind K1 und K2. Vitamin K ist fettlöslich und wird vom Körper für gesunde Zähne, Knochenbildung, Blutgerinnung, Wundheilung und Vitalität benötigt. Es ist sehr Hitze- und Sauerstoffbeständig wird aber rasch bei Lichteinwirkung zerstört. Kommt es zu einem Mangel an Vitamin K, so verlängert sich die Zeit der Blutgerinnung, auch in verschiedenen Geweben und Organen, Verdauungsstörungen und chronische Lebererkrankungen sind möglich.
Allerdings hemmen Antibiotika die körpereigene Bildung, auch Leber- und chronische Magen- und Darmerkrankungen fördern einen Vitamin K-Mangel. Bei Osteoporose ist ein erhöhter Verlust von Kalzium typisch, der oft mit einem Vitamin K- Mangel einhergeht. Auch bei einem zu hohen Vitamin-A-Spiegel wirkt Vitamin K korrigierend, durch seine gegensätzliche Wirkung. Aus Vitamin K1 können verschiedene Zustandsstufen Vitamin K2 aufgebaut werden. Nach der Leber sind Muskeln (auch Herzmuskel) und die Haut die wichtigsten Aufnahmeorte von Vitamin K. Eine weitere Speicherung z.B. findet in Nieren, Nebennieren, Lunge, Knochenmark statt.

 

 

Vitamin K1 (Phyllochinon)

Eine Zuführung ist meistens nicht erforderlich, außer während einer antibakteriellen Therapie, da durch Synthese der Mikroorganismen in seiner Darmflora dem Organismus eine Versorgung gewährleistet wird. Es ist wichtig für die Blutgerinnung und spielt es eine Rolle bei der Umwandlung von Aminosäuren und der Aktivierung von Proteinen im Knochengewebe und der Muskulatur des Skelett- und Bewegungsapparates. Es bindet Kalzium und baut es in das Skelett ein. Es ist ein fettlösliches Vitamin und wird in geringen Mengen in den Knochen und der Leber gespeichert. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,0 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Nicht bekannt. Sie kann nur bei einer Vernichtung der Darmflora oder durch hohe Gaben von Antibiotika und Sulfonamide oder auch bei Störungen des Galleflusses auftreten. Auch die Aufnahme bestimmter Rattengifte, die Vitamin K zerstören, kann einen Mangel hervorrufen. Dadurch kann die Blutgerinnung verzögert werden.

Überversorgung:
Nicht bekannt. Bei hohem Blutspiegel evtl. gefährlich.

Vorkommen:
Leber, Fischmehl, Sonnenblumenöl, Fleisch, Gemüse, Getreide. Besonders viel in: Huhn, Schaf- und Rindfleisch, Salat, Rotkohl, Blumenkohl, Spinat, Rosenkohl, Sauerkraut, Grünkohl, Kelp.

 

 

Vitamin K2 (Menachinon)

K2 ist u. a. wichtig für: Gleichbleibende Fließeigenschaften des Blutes, Verhinderung von Thrombozyten-Aggregation, Entspannung der Muskulatur, Enzymaktivität, Energiehaushalt, Sicherung der Leber- und Nierenfunktion, Knochenstoffwechsel, Stärkung des Immunsystems, Sicherung des einwandfreien Darmflorastoffwechsels, Förderung der Verdauung, Regulation anderer Vitamine, Förderung der Blutgerinnung, Verhinderung von Karies, Behandlung von Keuchhusten, Beeinflussung von Antibiotikawirkung, Neutralisation bestimmter Schimmelpilzgifte (z.B. auf Cumarinbasis). K2 wird bei kurz und mittelkettigen Fetten besser aufgenommen als bei langkettigen. Darüber hinaus scheint das natürliche Vitamin auch die Funktion eines "Entgiftungsvitamins" auszuüben. Vor allem dürfte dieses auf das Vitamin K2 zutreffen, da es von der Darmflora hergestellt wird, es aber fraglich ist, ob dieses bakteriell erzeugte Vitamin K2 überhaupt zur Vitamin-K-Versorgung beiträgt, zumal es in einem Darmabschnitt erzeugt wird, in welchem es nicht mehr für den organismuseigenen Stoffwechsel aufgenommen werden kann.

 

 

Vitamin K3 (Menadion) und K4 und K-analoge

Kommt so in der Natur nicht vor. Kann nicht vom Körper in Vitamin K1 umgewandelt werden. Ist im Humanlebensmittelbereich nicht zugelassen! Da fast alle Marken von Fertigfutter den tatsächlichen Bedarf an Vitamin K um das Zehn-, Hundert- und sogar Tausendfache überschreiten und überwiegend das toxische Vitamin K 3 eingesetzt wird, besteht für den Hund eine akute potentielle Gefährdung. Als Erscheinungen der Überdosierung können u.a. : Thrombose, Erbrechen und Auflösung der roten Blutkörperchen auftreten. Seine Salze (in Reinform ist Menadion nicht verarbeitbar) sind in der Lebensmittelindustrie verboten. In der Medizin gilt der Einsatz von Vitamin K3 wegen seines negativen Nutzen-Risiko-Verhältnisses als "unverantwortlich". Vitamin K3 und dessen Analoga sind als Salze wasserlöslich gemacht worden.

Selbst bei hoher Überdosierung, sind beim künstlich hergestellten Vitamin K, namentlich beim Vitamin K3 und Vitamin-K3-Analoga, beträchtliche Nebenwirkungen bekannt, die bereits im Bundesanzeiger von 1989 aufgeführt sind. In der Humanmedizin ist man aufgrund der Nebenwirkungen von Vitamin, K3 zu dem Ergebnis gelangt, dass der Einsatz dieser Form von Vitamin K nicht vertretbar ist, da sie insbesondere zu zahlreichen Nebenwirkungen, im Extrem sogar zum Tod führt. In den USA ist Vitamin K3, wegen seiner toxischen Wirkung generell in der Humanmedizin und in Nahrungsmitteln verboten (ENSMINGER, 1995)! In der in Deutschland praktizierten Tierfütterung unterliegt die Vitamin-K3-Verwendung keiner Beschränkung. In der Lebensmittelindustrie ist dagegen Vitamin K3 laut dem Bundesgesundheitsministerium ebenfalls verboten. Inwieweit Vitamin K3 durch Milch oder Eier in Lebensmittel übergeht, sei dahingestellt. Das BMELF war nicht in der Lage, auf eine entsprechende Anfrage dieses auszuschließen. Vitamin K3 (auch Menadion oder je nach Zustandsform auch Menadion-Natriumbisulfit und ähnlich genannt) wird ohne Gallensäuren und Bauchspeicheldrüsenenzyme und ohne Umweg über das Lymphsystem, wie es beim Vitamin K1 und K2 üblich ist, direkt aufgenommen. Zudem unterliegt Vitamin K1 und K2 dem Regulativ der Leber, die beim Vitamin K3 ausgeschaltet ist!

 

 

Nikotinsäure

Sie liegt im Organismus in Form von Nikotinsäureamid vor. Ihre wichtigste Aufgabe ist die Wasserstoffübertragung. Der Hund ist in der Lage, speziell aus der Aminosäure Tryptophan Nikotinsäure zu bilden. Die Nikotinsäure gehört zu den wasserlöslichen Vitaminen. Bei Verwendung hochwertiger Eiweiße (z. B. Kasiin), geht der Bedarf an Nikotinsäure nachhaltig zurück. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,2 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Entzündliche Hauterscheinungen, besonders an der Innenfläche der Oberlippe sowie der Zungen-, Rachen und Darmschleimhaut. Diese Mangelerkrankungen werden auf eine einseitige Verabreichung getreidereicher Rationen zurückgeführt, da in Getreidekörnern, besonders im Mais, die Nikotinsäure in gebundener, für den Hund schwer verwertbarer Form vorliegt. Ferner können bei einer Unterversorgung folgende Erscheinungen auftreten: Freßunlust, dunkelpurpurne Zungenfarbe, bekannt als "black tongue".

Überversorgung:
Nicht bekannt.

Vorkommen:
Fleisch, Schlachtabfälle, Hefe. Hieraus findet eine nahezu vollständige Verwertung der Nikotinsäure statt.

 

 

 

Allgemeine Informationen zu Mineralstoffen:

Mineralstoffe sind anorganische Verbindungen, häufig Salze, die beispielsweise für den Aufbau der Zähne und Knochen sorgen und zum Teil ähnlich wie Vitamine wirken, oder diese unterstützen. Sie können vom tierischen Organismus nicht selbst gebildet werden - genauso wie wie die essentiellen Vitamine, Eiweiße und Fettsäuren -, dennoch sind sie für die Funktion des Organismus von großer Bedeutung und erfüllen eine lebenswichtige Funktion. Bei den Mineralstoffen ist vor allem auf das Verhältnis zueinander zu achten, gerade bei Calcium und Phosphor. Unausgeglichene Gaben können aufgrund der vielen Interaktionen zwischen den verschiedenen Elementen zu tragischen Folgen im Stoffwechselgeschehen führen. Eine Unter- oder Überversorgung mit Mineralstoffen sind unbedingt zu vermeiden, da dadurch schwerwiegende gesundheitliche Schäden auftreten können. Für die Mineralstoffversorgung ist häufig der absolute Gehalt an Mineralstoffen nicht allein entscheidend, da die Menge, die aufgenommen werden kann, stark davon abhängig ist, in welcher Form der Mineralstoff im Lebensmittel vorliegt und wie die Mahlzeiten zusammengesetzt sind.

 

 

Anorganische Mineralsalze

Anorganische Mineralsalze (z.B. Carbonate) sind für unseren Organismus praktisch nicht verwertbar, sie sind sogar eine Belastung. Sie lagern sich nämlich z.B. an Cholesterinkristalle an und bilden dann in den Gefäßen fleckenweise Verhärtungen und Verengungen, genannt arteriosklerotische Plaques.
Wie bereits erwähnt, führen sie auch im Laufe der Zeit zu Funktionseinschränkungen der Nieren. Sie kennen diesen Effekt ja auch von den Wasserleitungen, die verkalken, wenn zu viel Calcium im Wasser enthalten ist.
Für unseren Organismus sind nur solche Mineralien verwertbar, die an organische Stoffe wie zum Beispiel Aminosäuren gebunden sind.
Die pharmazeutische Industrie hat diese Probleme seit längerer Zeit berücksichtigt und bindet die Mineralien an organische Stoffe wie Citrat, Gluconat, Orotat usw. Dadurch kann die sogenannte Bioverfügbarkeit der Mineralien wesentlich gesteigert werden.
Bioverfügbarkeit besagt, dass ein zugeführter Stoff auch ins Gewebe eingebaut wird bzw. im Organismus nachgewiesen werden kann.

 

 

Calcium

Calcium ist ein essentieller (= lebenswichtiger) Mineralstoff, der für die Bildung von Knochen und Zahnsubstanz im Körper benötigt wird. Ferner ist er wichtig für die Übertragung von Nervenimpulsen, hilft beim Stoffwechsel für Eisen und bei der Resorption von Vitamin B12. Meistens wird zu wenig Calcium verabreicht, was zu Mangelerscheinungen bzw. Unterversorgung führen kann. Vitamin D ist für die Calciumaufnahme nötig. Bei fettarmer Diät kann die Fähigkeit eingeschränkt sein, Calcium aufzunehmen. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 50 mg/kg Körpergewicht.

Es gibt verschiedene Arten von Calcium-Verbindungen, hier die für den Hund gebräuchlichsten:

Citrat ist organisch (Salz der Citronensäure). Es ist Ausgangsstoff für die Herstellung von Calcium-Präparaten.

Die Citronensäure ist in der Natur weit verbreitet. In Zitrusfrüchten, Pilzen und auch im Menschen wurde sie schon nachgewiesen. Kleinere Mengen von Citronensäure fördern das Knochenwachstum, extrem große Mengen entziehen den Knochen Mineralstoffe.

Bei Calciumcarbonat (anorganisch) kann bei einem gesunden Hund unter normalen Bedingungen und Fütterung keine Überversorgung stattfinden, da der gesunde Körper alles überflüssige (egal ob Carbonat oder Citrat) ausscheidet. Im Gegensatz zu künstlichem Calzium. Der Großteil des gewonnenen Calciumcarbonats stammt aus natürlichen Vorkommen wie Kalkstein, Kreide oder Marmor. Synthetisch wird Calciumcarbonat aus Calciumhydroxid mit Kohlendioxid gewonnen. Nur bei extrem hohen Dosierungen und über lange Zeit eingenommen kann es zu Hypercalciämie kommen.
Eine Überdosierung könnte man an einer Verstopfung erkennen. Die Magensäure schafft es in diesem Fall nicht, die Calciummenge aufzulösen. Bestes Beispiel hierfür: zuviel Knochen auf einmal (Knochenkot). Die Eierschale z.B. besteht aus Kalk (Calciumcarbonat CaCO3).

Calciumchlorid wird zur Festigung von Gelees, bei der Käserei, und als Heilmittel gegen Frostbeulen und Allergien eingesetzt. Durch seine hygroskopischen Eigenschaften findet es Anwendung bei der Trocknung von Gasen.

Unterversorgung:
da die Nebenschilddrüse und Vitamin-D-Hormone für einen gleichbleibenden Calcium-Spiegel im Blut sorgen, dem Körper aber zu wenig Calcium zugeführt wird, wird bei einer Calcium-Unterversorgung der Körper den Calciummangel ausgleichen, indem er sich aus dem Calcium-Reservoire, den Knochen bedient, was natürlich auf Dauer zu einer Schädigung führt, d.h. die Knochen werden spröde und brüchig. Ferner kann ein Calcium-Mangel zu Wachstumsbeeinträchtigungen führen. Andere Mangelerscheinungen sind Zahnfleischbeschwerden, Muskelkrämpfe und Muskelzucken. Eine Unterversorgung tritt ein, wenn Muskelfleisch oder Organe den Hauptteil der Nahrung ausmachen.

Überversorgung:
Bei einem kranken Hund bzw. bei ständiger Überversorgung mit Calcium kann sich dies aber auch nachteilig auf die Gesundheit auswirken. Überschüssiges Calcium wird über die Niere ausgeschieden. Es fällt dort und in den harnableitenden Wegen als scharfes Kristall aus und schädigt das Nierenbecken sowie die Harnblase bis hin zu Blutungen. Erkennbar am weiß-trüben Restharn. Weiterhin kann es einen Mangel an Phosphor, Eisen, Magnesium, Kupfer und Zink verursachen, sowie eine verminderte Schilddrüsenfunktion. Bei jungen Hunden, vor allem bei grosswüchsigen, kann eine zu schnelle Skelettbildung eintreten.

Vorkommen:
Vor allen in Knochen wie Rinder- oder Kalbsknochen, aber auch in Hühnchenknochen, -hälsen oder -karkassen, Milch, Käse, Tofu, grünes Blattgemüse, Lachs, Nüsse, Wurzelgemüse, Brokkoli.

 

 

Chlor/Chlorid

Es erfüllt eine besonders wichtige Aufgabe als Bestandteil der Magensäure und neben Kalium und Natrium ist es ein lebenswichiges Körpersalz und dient zur Aufrechterhaltung des Elektrolytgleichgewichtes im Organismus. Es liegt vornehmlich in der extrazellulären Flüssigkeit (außerhalb der Zelle) vor. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 120 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Nur bei Durchfällen (besonders blutigen) und chronischem Erbrechen entstehen erhebliche Verluste, ansonsten nicht bekannt.

Überversorgung:
Azidose tritt als krankhafte Steigerung des Säuregehaltes ein und hat schwerwiegende Folgen für den Stoffwechsel im Knochen.

Vorkommen:
in 100 g: Chester 1.100 mg, Ziegenkäse 1.200 mg, Camembert 1.240 mg, Edamer 1.370 mg, Tilsiter 1.400 mg, Fetakäse 1. 900 mg, Schinken (gesalzen, geräuchert) bis 2.100 mg, Edelpilzkäse bis zu 2.500 mg. Chlor wird mit kochsalzhaltigen Lebensmitteln wie Käse, Wurst- und Fischwaren, Fleisch und Brot als Chlorid aufgenommen. Zu beachten ist hier allerdings, daß die genannten Lebensmittel nicht unbedingt als Hundenahrung geeignet sind und nur im entsprechenden Bedarfsfall vorsichtig eingesetzt werden sollten.

 


Kalium


Es bildet mit Natrium und Chlor/Chlorid die lebenswichtigen Körpersalze und ist wichtig für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Eine Speicherung ist nur begrenzt möglich. Es kommt überwiegend in der intrazellularen Flüssigkeit (innerhalb der Zelle) vor und reguliert hier den osmotischen Druck in der Zelle. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 55 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Folge von zu viel Kalziumabgabe. Verursacht schlechten Appetit. Gleiche Symptome wie bei mangelnder Kalziumabgabe. Erbrechen, Durst, lähmende Müdigkeit.

Überversorgung:
Überschüsse werden über die Nieren ausgeschieden. Eine extreme Überversorgung kann zur Alkalose und somit zu wenig Säure im Blut führen. Gleiche Symptome wie bei Kaliummangel. Herztoxiztät und Tod.

Vorkommen:
Bananen, grünes Blattgemüse, Trockenfrüchte, Obst- und Gemüsesäfte, Nüsse, Sojamehl.

 

 

Magnesium

Es wird für fast jeden biochemischen Vorgang gebraucht, z.B. Kohlenhydrat-, Fett- und Eiweiß- sowie Knochenstoffwechsel. Es kommt in etwa zu gleichen Teilen im Weichgewebe und Skelett vor. Das im Skelett vorkommende kann ausgetauscht werden. Das mit der Nahrung zugeführte Magnesium wird nur zu einem Teil von ca. 30 % absorbiert. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 12 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Kommt selten vor. Bei akuter Unterversorgung können auftreten: Krampfanfälle, Weichteilverkalkungen, Metaphysenverdickung der Röhrenknochen, Verlust an Knochenmasse. Bei Streßzuständen oder sehr aktiven Tieren (Hütehunde, Rennhunde, Jagdhunde) kann der Magnesiumspiegel im Blut sinken.

Überversorgung:
Durchfall, Beeinträchtigung der Calcium- und Phosphorverwertung. Tritt meistens bei schwerlöslichen Magnesiumverbindungen auf.

Vorkommen:
Naturreis, Sojabohnen, Nüsse, Bierhefe, Gemüse.

 

 

Natrium

Es bildet mit Kalium und Chlor/Chlorid die lebenswichtigen Körpersalze und ist wichtig für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt. Es liegt vornehmlich in der extrazellulären Flüssigkeit (außerhalb der Zelle) vor, wie z. B. im Blut. Es spielt bei der Impulsübertragung im Nervengewebe eine Rolle. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 50 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Erhebliche Verluste treten bei Durchfällen (besonders blutigen) und chronischem Erbrechen auf. Salzhunger, Gewichtsabnahme, verzögertes Wachstum.

Überversorgung:
Akut: Durst, Juckreiz, Verstopfung, Krampfanfälle und Tod
Chronisch: Zuviel Kochsalz im Futter kann zu Bluthochdruck führen. Herz- und Nierenschäden als Folge.

Vorkommen:
Koch- und Meersalz.

 

 

Phosphor

Eine wichtige Funktion von Phosphor ist der Aufbau der Knochenstruktur und die Knochenmineralisierung. Er kommt zu ca. 20 % in den Weichgeweben vor. Eine weitere Bedeutung kommt dem Phosphor beim Transport der Fette, sowie der Bildung von Organfett in Form von Phosphatiden zu und auch bei der Fortpflanzung der Organismen und der Aufrechterhaltung des Lebens überhaupt. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 75 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Tritt sehr selten auf, da die meisten Futtermittel einen Phosphorüberschuß haben. Bei vorübergehendem Mangel wird Phosphor aus dem Skelett (wie auch Kalzium) abgegeben. Sollten die Reserven verbraucht sein, treten schwere Skeletterkrankungen auf. Auch Lahmheiten, Lockerung der Zähne und Zahnausfall, Verbiegungen des Skeletts und Knochenbrüche sind zu erwarten.

Überversorgung:
Kalziummangel, evtl. auch Beeinträchtigung der Absorption von Magnesium und Eisen. Nierenschäden durch die vermehrte Ausscheidung von Phosphor, Risiko der Harnsteinbildung.

Vorkommen:
Fleisch, Fisch, Hefe, Vollkornprodukte, Käse, Sojaprodukte, Nüsse.

 

 

 

Allgemeine Informationen zu Spurenelementen:

Spurenelemente sind wie Vitamine und Mineralien lebensnotwendige Bestandteile des Organismus, die regelmäßig mit der Nahrung zugeführt werden müssen. "Spurenelemente" sind Mineralien, die - im Gegensatz zu den sonstigen Mineralstoffen wie Natrium, Kalium etc. - in relativ geringen Mengen (daher die Bezeichnung "Spurenelemente") aufgenommen werden müssen, aber natürlich trotzdem von großer Bedeutung für das optimale Funktionieren des Organismus sind. Die Spurenelemente sind die Bestandteile wichtiger Hormone, Enzyme und Eiweiße (Proteine) und damit lebensnotwendig. Ein Mangel gibt sich durch charakteristische Ausfallsymptome zu erkennen. Fast alle Spurenelemente sind dabei wichtige Bestandteile mehrerer Enzyme. Eine schlechte Versorgungslage führt in erster Linie zu einem Leistungsabfall und einer geschwächten Immunabwehr. Ohne diese Stoffe würde Ihr Hund in kurzer Zeit sterben. Spurenelemente sind in den Geweben nur in sehr geringen Konzentrationen enthalten, die aber dennoch die Lebensvorgänge in entscheidendem Maße beeinflussen können. Die essentiellen Spurenelemente sind notwendig für den normalen Ablauf von Stoffwechselprozessen. Einige andere Elemente, zu denen vor allem die Schwermetalle gehören, wirken schon in sehr kleinen Mengen toxisch. Dementsprechend kann ein Spurenelementdefizit oder -überschuss zu Krankheiten führen. Die meisten Metalle und Halbmetalle sind in den Geweben an Proteine gebunden, und ihre biologischen Effekte beruhen auf den Wirkungen derartiger Protein-Komplexe.

 

 

Eisen

Eisen ist ein Bestandteil sauerstofftransportierender Proteine. Es kommt sowohl im Hämoglobin der roten Blutkörperchen (ca. 60 %), als auch im Myoglobin (ca. 10 %) der Muskulatur vor. Ferner ist es erforderlich für die Tätigkeit des Immunsystems und zur Sauerstoffversorgung der Zellen. Eine Speicherung von Eisen kann in der Leber, in den Lymphknoten und im Knochenmark in Form von Ferritin oder Hämosiderin erfolgen. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 1,4 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Unter normalen Bedingungen findet eine Unterversorgung relativ selten statt. Bei größeren Blutverlusten oder beim Haarwechsel von langhaarigen Hunden (pigmentierte Haare enthalten viel Eisen) kann eine Unterversorgung auftreten, ebenso bei Endoparasitenbefall oder blutigen Durchfällen. Bei einseitiger Fütterung von fett- bzw. zuckerreichen Futtermitteln sowie von Milch und Milchprodukten in Kombination mit poliertem Reis ist die Aufnahme von Eisen jedoch gering.

Überversorgung:
Gewichtsabnahme, bei jungen Hunden kann Überschuß zum Tod führen, besonders bei gleichzeitigem Vitamin-E- oder Selenmangel.

Vorkommen:
Leber, Nieren, Schalentiere, Nüsse, Hülsenfrüchte, Brokkoli, dunkles Fleisch, Eigelb.

 

 

Jod

Jod ist Bestandteil von Schilddrüsenhormonen, ca. 90 % des Körper-Jod sind in der Schilddrüse lokalisiert. Hunde mit einem erhöhten Leistungsbedarf haben auch einen erhöhten Jod-Bedarf. Bei einseitiger Verwendung von Fleisch, Schlachtabfällen und gereinigten Getreideprodukten ist die Versorgung unzureichend. Ebenso durch längeres Kochen der Nahrungsmittel können Jodverluste entstehen. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,015 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Veränderungen der Schilddrüse. Kropf, Lethargie, Schläfrigkeit, Ängstlichkeit, Wachstumsstörungen, Haarverlust, Gewichtsabnahme und Wassersucht.

Überversorgung:
Gleiche Symptome wie bei Mangel.

Vorkommen:
Meeresfrüchte, Seetang, Ananas, Rosinen, Milchprodukte.

 

 

Kupfer

Es wirkt zusammen mit Eisen bei der Hämoglobinsynthese in den roten Blutkörperchen. Es ist ein Antioxidans und für die Bildung von Kollagen notwendig und ist ebenso an der Pigmentbildung und Ausbildung des Grundgerüstes der Knochen beteiligt. Bei langhaarigen Hunden während des Haarwechsels ist ein erhöhter Bedarf angezeigt. Das Kupfer kann bei vermehrter Zuführung in der Leber gespeichert werden. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,1 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Selten zu beobachten. Kann zu Veränderungen am Skelett, Haut, Haaren, Blutarmut und Störungen der Knochenentwicklung (O- und X-Beinigkeit sowie Durchtrittigkeit) führen.

Überversorgung:
Bei normaler Haltung selten angezeigt, da die Ausscheidung über die Galle in den Darm erfolgt. Kommt vor bei Bedlington-, West Highland White Terriern, Dobermannpinschern, Deutschen Schäferhunden, Cocker Spaniel und Samojeden als Folge von Unfähigkeit, Kupfer aus der Leber zu mobilisieren und damit zur Anreicherung.. Symptomen der Leberkrankheit.

Vorkommen:
Vollkornprodukte, Leber, Schalentiere, Nüsse, Obst, Austern, Nieren und Hülsenfrüchte.

 

 

Mangan

Es spielt eine wichtige Rolle für die normale Gehirnfunktion. Ebenso gilt es als Antioxidans. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,07 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Sind selten zu beobachten. Kann auftreten als Folge von zuviel Zink, Eisen oder Molybdän. Gestörte Fruchtbarkeit, verdickte Gelenke, Steifigkeit, Bewegungsunlust, verkürzte, verdickte und spröde Knochen.

Überversorgung:
Treten selten auf.

Vorkommen:
Getreideprodukte, grünes Blattgemüse, Hülsenfrüchte, Leber, Wurzelgemüse und Nüsse.

 

 

Selen

Im Zusammenhang mit Vitamin E bei den Entgiftungsvorgängen von Bedeutung. Das mit der Nahrung aufgenommene Selen wird schnell in das Körpereiweiß eingebaut, vorwiegend in der Leber, den Nieren und den Haaren. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,0025 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Nicht bekannt.

Überversorgung:
Nervosität, Erbrechen, Schwäche. Tod als Folge eines Lungenödems.

Vorkommen:
Thunfisch, Weizenkeime und -kleie, Brokkoli, Tomaten.

 

 

Zink

Zink ist ein wichtiges Spurenelement und spielt in vielen lebenswichtigen Prozessen eine Rolle, vor allem im Ablauf verschiedener Umsetzungen im Kohlenhydrat- und Eiweißstoffwechsel. Aber insbesondere auch für die normale Entwicklung der Hautzellen. Die höchste Konzentration befindet sich in der Aderhaut des Auges, weiterhin im Haar, Haut, sowie Leber und Skelett. Bei Rüden ist weiterhin eine relativ hohe Konzentration in der Prostataflüssigkeit, die zur Reifung der Spermien erforderlich ist. Der Zinkbedarf kann sich bei langhaarigen Hunden während des Haarwechsels infolge verstärkter Zinkretention erhöhen, ebenso wie durch Beeinträchtigung der Zinkabsorption in Gegenwart hoher Mengen an Kalzium, Kupfer, Weizenkleine oder Sojaschrot. Dazu zählen unter anderem genetische Vorgänge und Schutz des Immunsystems. Genetisch bedingte Störungen des Zinkstoffwechsels kommen bei Bull-Terriern und Huskies vor. Bedarf für einen erwachsenen Hund: 0,9 mg/kg Körpergewicht.

Unterversorgung:
Aufgrund der ausreichenden Gehalte im Futter selten beobachtet, ist gekennzeichnet durch Gewichtsverlust, Erbrechen, dünnes und/oder schuppiges Haarkleid, Haarverlust und Pimentaufhellung. Verzögerte Wundheilung, Mattigkeit.

Überversorgung:
Verursacht Kalzium und/oder Kupfermangel..

Vorkommen:
Innereien, Fleisch, Pilze, Samen, Nüsse, Austern, Eier, Vollkornprodukte, Bierhefe.

 

 

 

Vitamine - Empfindlichkeitenübersicht

Vitamin Licht Kochverlust Säuren Laugen Sauerstoff Feuchtigkeit
Vitamin A
Retinol
++ + 20-40 % ++ + ++ -
Provitamin A
b-Carotin
++ - + + ++ -
Vitamin D2/3 Calciferol Colecalciferol ++ + bis 40 % + + + -
Vitamin E Tocopherol + + 10-55 % - - + -
Vitamin K1/3 Pyllochinon Menadion ++
-
- bis 5 %
+
++
+
++
+
-
-
-
-
Vitamin C Ascorbinsäure - + 30-100 % - + ++ +
Vitamin B1
Thiamin
+ ++ 30-80 % - + + +
Vitamin B2 Riboflavin ++ + 20-75 % - ++ - -
Vitamin B6 Pyridoxin + + 20-40 % + - - -
Vitamin B12 Caynocobaldamin + + bis 10 % + + - +
Vitamin PP Nicotinsäure Nicotinsäureamid -
-
- bis 20 %
-
-
++1)
-
++1)
-
-
-
-
Vitamin B5 Pantothensäure - + 30-50 % ++ ++ - +
Vitamin BC Folsäure ++ + 35-100 % + + ++ +
Vitamin H
Biotin
+ + bis 60 % + + - -
Vitamin P
Rutin
- + - - - +

Legende:
++ sehr empfindlich
+ empfindlich
- wenig oder nicht empfindlich
++1) wird zu Nicotinsäure umgesetzt

 

 

 

Copyright © by: Cordula Niederhausen

 

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